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07.04.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Staatstragende Verschwörungstheorie

Wie Polens Regierungspartei PiS ein Flugzeugunglück zum Anschlag machen wollte

Reinhard Lauterbach, Poznan

Zumindest eines war in den letzten acht Jahren sicher: Am 10. jedes Monats versammelten sich vor dem Präsidentenpalast in Warschau Menschen, die fest davon überzeugt waren, dass es beim Absturz der Präsidentenmaschine bei Smolensk am 10. April 2010 nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Aber sie meinten das nicht in dem gleichen Sinne, wie die offizielle polnische Untersuchungskommission. Die hatte festgestellt, dass beim letzten Flug von Staatschef Lech Kaczynski viele Sicherheitsbestimmungen missachtet worden waren: von mangelhaften Russischkenntnissen der Piloten über fehlende Flugstunden wegen Geldmangels bis hin zu der Frage, warum die gesamte Staats- und Militärspitze in derselben Maschine saß. Der polnische Journalist Daniel Passent fasste das kurz nach der Katastrophe als »Schulbeispiel für sogenannte polnische Wirtschaft« zusammen und wurde dafür zum Hassobjekt der Rechten.

Die Teilnehmer an den »Monatsgedächtnissen« trieb statt dieser offiziel...

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