04.04.2018 / Feuilleton / Seite 11

Lustig, drastisch, bittersüß

Ein Überblick über sozialkritische Ballettklassiker, die in den nächsten Tagen auf deutsche Bühnen kommen

Gisela Sonnenburg

Ist Ballett feudal oder gar feudalistisch? Das möchte man meinen, wenn man an Ludwig XIV. von Frankreich denkt, der sich als angeblicher Sonnenkönig auch auf der Ballettbühne selbst verherrlichte. Aber das war im 17. Jahrhundert, also im Barock, vor Erfindung des klassischen, abendfüllenden Handlungsballetts. Im Gegensatz zu den höfischen Tänzen, denen Ludwigs Gehopse entsprang, strotzen die Ballette des 18. und 19. Jahrhunderts nur so vor folkloristischen Einflüssen. Was sie zu gesellschaftskritischen Kunstwerken macht, sind ihre Libretti mit entsprechenden Handlungsabläufen.

Eines der ersten Ballette dieser Art ist »La Fille mal gardée« (»Das schlecht behütete Mädchen«). Kurz vor Ausbruch der Revolution 1789 in Bordeaux uraufgeführt, markiert dieses Stück die rigorose Abkehr von höfischen Themen. Es spielt in einem Dorf, zentral ist der Konflikt einer jungen Frau mit ihrer wohlhabenden Mutter, die ihre Tochter unbedingt mit dem Sohn eines reichen Winzer...

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