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29.03.2018 / Inland / Seite 4

Misshandelt und verbrannt?

Feuertod im Dessauer Zelle: Mediziner schließt Suizid von Oury Jalloh aus

Susan Bonath

Mehr als 13 Jahre nach dem Feuertod von Oury Jalloh hat ein Gutachter das öffentliche Schweigen gebrochen. Aus rechtsmedizinischer Sicht sei es ausgeschlossen, dass der an Händen und Füßen gefesselte Sierra Leoner das Feuer in der Dessauer Polizeizelle selbst gelegt hat. Das sagte der forensische Toxikologie Gerold Kauert diese Woche in einem MDR-Interview.

Darauf hätten die Ermittler früher kommen können. Wie Kauert betonte, fanden die Obduzenten 2005 in Halle keinen erhöhten Spiegel an Stresshormonen im Urin des Opfers. Darum könne Jalloh das Feuer nicht selbst entfacht und in Todesangst bewusst erlebt haben. Dass er beim Brandausbruch bewusstlos, aber nicht tot war, schließt Kauert aus minimalen Rußspuren, die man in seinen Atemwegen fand. Allerdings habe er maximal eine Minute im Feuer überlebt. Sonst, so Kauert, hätte man giftige Brandgase, wie Kohlenmonoxid und Blausäure, in seinem Blut finden müssen. Das war nicht der Fall.

Kauert hatte sich vor se...

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