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24.03.2018 / Feuilleton / Seite 11

Filmisch, malerisch, genial

Aber es ist Musik: Zum 80. Geburtstag von Holger Czukay ist postum eine Retrospektive erschienen

Thomas Behlert

Zu den großen elektronischen Künstlervereinigungen hierzulande gehören ganz klar Can. Neben Neu! die einzige Krautrockband, die zu Punkzeiten nicht als überholtes Hippiezeug abgetan wurde. Viele ihrer Stücke waren akkordlos, insistierend und absolut kompulsiv. Immer wieder stießen sie in Richtung Avantgarde vor, besonders wenn sich Bassist Holger Czukay von seinem Instrument zurückzog und statt dessen mit Transistorradios, Recordern und Geräuschen spielte.

Ende 1968 hatte er sich mit dem Schlagzeuger Jaki Liebezeit und dem Gitarristen Michael Karoli auf diese neue Band geeinigt, sie wollten keinen Jazz mehr spielen, sondern Rock – nachdem sie alle an Konservatorien studiert, sich bei Karlheinz Stockhausen ihr Rüstzeug geholt und zunächst als Musiklehrer gearbeitet hatten. Als Sänger holten sie sich den leicht verrückten US-Amerikaner Malcolm Mooney, der dann durch den legendären Japaner Kenji »Damo« Suzuki ersetzt wurde.

Can spielten ungewöhnliche, fast s...

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