24.03.2018 / Feuilleton / Seite 10

Breitmaulnashörner überall

Ionesco hätte gelacht: Wie der Tod eines Unpaarhufers zur Topnachricht wurde

Gisela Sonnenburg

Die Woche stand im Zeichen des Nördlichen Breitmaulnashorns. Am Dienstag segnete das letzte männliche Exemplar der Spezies das Zeitliche. Sudan, 45 Jahre alt und aus einem tschechischen Zoo stammend, lebte in Kenia als Wildtier – streng bewacht von bewaffneten Sicherheitsleuten. Nicht nur wegen der Wilderer, die Sudans Artgenossen ausgerottet hatten. Sondern auch, um sein Ableben nicht zu verpassen. Nun schien der Zeitpunkt günstig, die Todesnachricht mit enormem Aufwand weltweit zu verbreiten. Man schläferte den altersschwachen Bullen ein, schickte die Bilder um die Welt, und alle guckten, teilten, schluchzten.

Das Fundraising ist angelaufen. Ungefähr neun Millionen Dollar soll es kosten, mit modernster Technik aus Sudans DNA-Material eine ganze Herde zu kreieren. Seine Partnerin und seine Tochter leben ja n...

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