22.03.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 8

»Lobbyisten drängen auf hochriskante Kredite«

EZB will Banken erst 2021 überprüfen. Für Geldinstitute ist das die Einladung, weiterzumachen wie bisher. Ein Gespräch mit Rudolf Hickel

Gitta Düperthal

Die Europäische Zentralbank, EZB, hat Geldhäusern Ende vergangener Woche bis 2021 Zeit gegeben. Erst danach will sie diese gemäß der »Leitlinien zum Umgang mit faulen Krediten« prüfen. Reguliert ist somit noch nichts. Können sich Banken erneut auf Rettungspakete von Steuerzahlern freuen?

Die EU wollte vor allem die mehr als 120 Großbanken Europas mit am 14. März vorgelegten Leitlinien zwingen, sogenannte faule Kredite ab dem 1. April abzubauen. Im Bankensystem sind letztere aktuell im Wert von mehr als 900 Milliarden Euro angehäuft. Sofort kam Widerstand aus Ländern, die faule Kredite angesammelt haben, also aus Griechenland, Zypern, Portugal, Italien, Irland, Slowenien und Spanien.

Vor allem dem Druck Italiens, das vor der Wahl stand, hatte die EZB nachgegeben: »Ihr habt noch bis 2021 Zeit, bevor wir prüfen«, hieß es plötzlich. Damit verschiebt sich also der mit drei Pfeilern geplante Aufbau einer Bankenunion: Dabei geht es um die Bankenaufsicht, die bei...

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