20.03.2018 / Feuilleton / Seite 11

Das Unglück der Familie

Ohne Käferkostüm: Kafkas »Verwandlung« am Staatstheater Cottbus

Anja Röhl

Die Inszenierung von Kafkas »Verwandlung« am Staatstheater Cottbus kommt gut ohne Käferkostüm aus und auch fast ohne die Hauptfigur Gregor Samsa. Mehr geht es um die Familie dieses Handelsvertreters, der bisher immer viel auf Reisen war, nun aber in einem Zimmer lebt, vor dem sich das Stück abspielt. Zimmer und Bühne sind durch schwere Vorhänge in Schwarz, Grau, gedämpft Grün, Tiefblau abgetrennt – ein depressives Farbenspiel in einer scheinbar undurchdringlichen Mauer.

Durch diese Vorhänge stürzt zu Beginn die Familie auf die Bühne: Vater, Mutter, Schwester, Dienstmädchen und Prokurist (später auch Miterzähler und Freund der Schwester). Alle mit Taschentüchern vor dem Mund, kurz davor, sich zu übergeben, puppenhaft in ihren Bewegungen, künstlich in Mimik und Haartracht (orange gefärbt, steif). Die Kostümierung ist typisch kleinbürgerlich. Köstlich hämmert die Mutter bei einem übertriebenen Asthmaanfall gegen die Rüschen ihrer Bluse und zieht dem Vater, w...

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