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15.03.2018 / Feuilleton / Seite 11

Zur Hälfte erfolgreich

Der kleine Anarcho Zwille von Gerhard Seyfried kehrt nach Kreuzberg zurück – zum 70. des Comiczeichners

Dr. Seltsam

Begegnungen mit den Comicfiguren von Gerhard Seyfried waren im Berlin-Kreuzberg der 70er Jahre auch für Zugezogene unausweichlich. Lange bevor 1978 die ersten Sammelbände mit Karikaturen von ihm erschienen (etwa »Freakadellen und Bulletten«, 1979), sah man seine Anarcho-Männchen und Polizei-Verkackeierungen auf Hunderttausenden von Aufklebern an Briefkästen und WG-Türen oder als Illustrationen auf linken Flugblättern – natürlich ohne dass irgend jemand für den Nachdruck bezahlt hätte.

Wäre es möglich gewesen, Tantiemen zu kassieren, wäre Seyfried selbst bei Pfennigbeträgen heute mehrfacher Millionär, aber die lustigen Revolten der Straßendemo- und Hausbesetzerzeit hätten dann so auch nicht stattgefunden. Er griff die Formen und Grundideen der Spontis auf, verbildlichte den Geist und Widerstandswillen dieser recht eigentlich harmlosen Rebellen, vor denen vielleicht die CSU Angst hatte, aber niemals wirklich Kapital und Polizei.

»Es wird ein Lachen sein, da...

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