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15.03.2018 / Inland / Seite 2

»Irgendwann wehren sich die anderen Länder«

Washington reagiert mit Zolldrohungen auf deutsche Exportüberschüsse. Ein Gespräch mit Sahra Wagenknecht

Simon Zeise

US-Präsident Donald Trump erwägt Strafzölle auf deutsche Exportprodukte. In den Medien gibt es einen Aufschrei. Beim Spiegel konnte man in dieser Woche lesen: »Trump stellt deutschen Wohlstand in Frage.« Ist das so?

Das ist übertrieben. Bisher treffen die diskutierten Zölle die Stahlindustrie. Das ist für die deutsche Stahlbranche ein Problem, aber gesamtwirtschaftlich wird es kaum Auswirkungen haben. Sollten die Maßnahmen auf die Autoindustrie ausgeweitet werden, würde es schon schmerzhafter. Aber selbst dann: Statt eine hysterische Debatte darüber zu entfachen, dass Trump den deutschen Wohlstand bedroht, sollten wir lieber über die Sinnhaftigkeit der Fixierung auf dauerhaft hohe Exportüberschüsse diskutieren.

Man könnte anders fragen: Braucht es erst einen reaktionären US-Präsidenten, damit die deutschen Handelsüberschüsse international zum Thema werden?

Die Handelsüberschüsse sind für unsere Nachbarstaaten in der EU und vor allem im Euro-Raum seit lang...

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