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14.03.2018 / Inland / Seite 2

»Behörden haben den ganzen Verlag leergeräumt«

Am 8. März stürmte die Polizei den kurdischen Mezopotamien-Verlag und beschlagnahmte Tausende Bücher. Gespräch mit Reimar Heider

Peter Schaber

Das Bundesinnenministerium hat die Verfolgung kurdischer Oppositioneller vergangene Woche erneut ausgeweitet: Der Mezopotamien-Verlag in Neuss wurde Ziel einer Razzia, ganze Lkw-Ladungen von Büchern wurden beschlagnahmt. Sie haben einige der Schriften Abdullah Öcalans übersetzt, die dort herausgegeben werden. Sind die, wie die Behörden behaupten, wirklich gefährlich für den »Gedanken der Völkerverständigung«?

Das ist in keiner Hinsicht zutreffend. Diese Begründung gibt es ja, wenn man auf die Verbote kurdischer Institutionen zurückblickt, schon seit langem. Seit 1993, als eine Reihe kurdischer Vereine und Verbände verboten wurden, argumentiert die Bundesregierung so.

Heute ist deutlicher als je zuvor, wer sich gegen den Gedanken der Völkerverständigung wendet. Die progressiven Kurden jedenfalls nicht, sie bauen in Nordsyrien, in Rojava, ein demokratisches System unter Einbeziehung sämtlicher religiöser und ethnischer Gruppen auf. Sie leisten damit einen g...

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