14.03.2018 / Inland / Seite 4

Recht des Stärkeren

Fall Yeter P.: Neun Jahre Haft für Tötung der »eigenen« Frau. Nebenklageanwältin weist auf Mängel und Nazirelikte im Mordparagraphen hin

Claudia Wangerin

Das Berliner Landgericht ging über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, als es Mehmet P. am Montag zu neun Jahren Haft wegen Totschlags verurteilte. 17mal hatte der heute 45jährige auf seine Ehefrau Yeter P. eingestochen, nachdem er sie – angeblich in einem Handgemenge – mit heißem Wasser verbrüht hatte. Von der ursprünglichen Anklage wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen nahm die Staatsanwaltschaft Abstand – in ihrem Schlusswort war nur noch von Totschlag die Rede; gefordert wurde ein Strafmaß von acht Jahren. Die Verteidiger des Angeklagten hielten maximal sieben Jahre für angemessen.

Die Anwältinnen und Anwälte der Nebenklage plädierten dagegen auf Mord. Niedrige Beweggründe hätten vorgelegen: Der Angeklagte habe sich angemaßt, »gottgleich« über Yeter P. zu bestimmen, sagte Rechtsanwältin Beate Böhler, die eine der Schwestern der Getöteten vertrat. Dem tödlichen Angriff am 5. Dezember 2016 seien jahrelange Misshandlungen in der arrangierten E...

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