08.03.2018 / Ausland / Seite 7

Ausverkauf von »Atatürks Minaretten«

Angekündigte Privatisierung der Zuckerindustrie in der Türkei stößt auf Widerstand

Nick Brauns

Die Pläne der türkischen Regierung zum Verkauf der staatseigenen Zuckerfabriken haben zu einem Aufschrei bei Gewerkschaften, Bauernverbänden und Oppositionsparteien geführt. Die Privatisierung von 14 Fabriken, die sich mehrheitlich in relativ armen Regionen Mittel- und Ostanatoliens befinden, war am 21. Februar im Staatsanzeiger gemeldet worden, die Ausschreibungen sind für April angesetzt.

Zucker gilt in der Türkei als Politikum. Das Land ist mit einem Marktanteil von sieben Prozent und einer Jahresproduktion von rund zwei Millionen Tonnen der sechstgrößte Produzent der Welt und zugleich ein großer Konsument. Während der europäische Durchschnittsverbrauch bei einem Kilo im Jahr liegt, sind es in der Türkei sechs Kilo. Dort hat Zucker einen hohen symbolischen Wert als Zeichen für Überfluss. So ist es Brauch, sich bei Zeremonien, Feiern und Geschäftsverhandlungen gegenseitig Süßigkeiten zu reichen. Die Produktion von Zucker gehörte neben der von Baumwolle ...

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