03.03.2018 / Feuilleton / Seite 10

Erschütternd klar

Gespielt wird hier nichts: Das Stück »NOrmal Life« von Sebastiano Toma war in Berlin zu sehen

Su Tiqqun

Sebastiano Toma ist der universalste Regiepoet in der deutschen Zirkussteppe. Er verdichtete makabre Sensationen nach Art der Tiger Lillies als Varieté, entwarf schaurig schöne Bühnenräume, zeigte Artistik von erlesener Vollkommenheit, ging mit dem Orchester eines Mark Chaet und den Besten der postsowjetischen Artistenschulen auf Tournee. In der stetig erkaltenden, sterilen Kunstwelt gab er dem Publikum die Erinnerung an das ästhetisch Emphatische zurück, und manchmal zerriss es einem das Herz, weil diese großen Produktionen alles gaben. Aber man sollte nicht glauben, das habe keinen Preis. Den hat es, einen hohen Preis sogar, enorme Produktionskosten, die wir nicht mitdenken, und die ohne institutionelle Förderung nicht mehr zu stemmen sind. Deshalb haben sich Tomas Stücke in den letzten Jahren und auch im Darstellerischen für das Diminutiv, die Verkleinerung, entschieden, was den ästhethischen Genuss keinesfalls schmälert.

Irene und Roland Hofer, die in...

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