24.02.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 2

»Hier kommt die Verbindung zur NATO ins Spiel«

Washington interveniert in Bankgeschäfte Lettlands. Dort ist ein Umschlagplatz für schmutzige Geschäfte entstanden. Gespräch mit Jeffrey Sommers

Simon Zeise

Was können Sie mir über die US-Sanktionen gegen die lettische ABLV-Bank sagen?

Die Vereinigten Staaten haben damit gedroht, den Zugang der Bank zu US-Dollar-Transaktionen zu kappen. Dann haben die Banker keine Möglichkeit, außerhalb Lettlands mit Dollarbeständen zu handeln. Darüber ist der Unternehmenssektor besorgt, denn die meisten internationalen Transaktionen werden in Dollar getätigt.

Washington wirft der Bank vor, Waffengeschäfte mit Nordkorea abzuwickeln. Halten Sie das für möglich?

Das ist gut möglich. Seit den frühen 1990ern ist Lettland das größte Zentrum für Offshore-Banken, die den Zahlungsverkehr vieler früherer Sowjetrepubliken abwickelten. Viele dieser Geldhäuser sind im Land sehr groß geworden und haben ihren Kundenkreis auf die Ukraine, Kasachstan, Russland, Aserbaidschan, etc. ausgeweitet – aber auch auf westafrikanische Warlords. Ich wäre nicht sehr überrascht, wenn auch Nordkorea die Bank benutzte.

Ebenfalls am vergangenen Wochenende w...

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