17.02.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Staat dämpft Kaufrausch

In Polen steht Ladenschluss an Sonntagen bevor. Dessen Aufhebung galt als »Errungenschaft« der kapitalistischen Wende

Reinhard Lauterbach

Wer derzeit in Polen einkaufen geht, kann an den Kassen eine kleine Umfrage starten: Freuen Sie sich auf Ihre freien Sonntage? Die Kassiererinnen sind geteilter Meinung. Die einen sagen: Ja, natürlich, endlich. Die andere Hälfte sagt: Um Gottes willen, das gibt nur noch mehr Stress am Freitag und Sonnabend. Dabei geht es um das Gesetz zur Neuregelung der Öffnungszeiten im Einzelhandel (jW berichtete). Ab März sollen die Geschäfte in Polen zunächst an zwei Sonntagen im Monat geschlossen bleiben, ab 2019 an dreien, und von 2020 an soll das grundsätzlich gelten. Ein entsprechendes Gesetz hat die Mehrheit der Regierungspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) im Parlament Ende letzten Jahres verabschiedet. Sie folgte damit dem Drängen zweier starker Lobbyverbände: der Gewerkschaft Solidarnosc und der katholischen Kirche.

Damit wird eine »Errungenschaft« der kapitalistischen Wende von 1989 schrittweise aufgegeben: Die Geschäftsinhaber konnten selbst entscheiden, o...

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