16.02.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Renault-Gesetz wirkt noch

Belgien: 20 Jahre nach Einführung wollen Gewerkschaften und Unternehmer die wichtige Regelung der Gegenwart »anpassen«

Gerrit Hoekman

Gewerkschaften und Unternehmer in Belgien wollen das »Renault-Gesetz« überarbeiten. Allerdings mit jeweils unterschiedlichen Intentionen. Die Regelung ist eines der wenigen positiven Resultate einer der größten sozialen Katastrophen in Belgiens Wirtschaftsgeschichte: Der Schließung des großen Renault-Werks in Vilvoorde am 31. Juli 1997. Mehrere tausend Arbeiter standen damals plötzlich auf der Straße und der französische Autohersteller lehnte jede Verantwortung für die Entlassenen ab.

Die Belegschaft besetzte daraufhin das Werk und konfiszierte 5.600 Neuwagen. Die Werktätigen befanden sich im Aufruhr. Fünf Monate dauerte der Arbeitskampf – am Ende nahm Renault 400 Entlassungen zurück, rund 3.500 Menschen verloren dennoch ihren Job. Für die damalige belgische Regierung war Vilvoorde Anlass, am 13. Februar 1998 ein neues Gesetz zu erlassen, das in den Medien und der Arbeiterschaft schnell den Namen »Wet-Renault« erhielt, »Renault-Gesetz«.

Darin ist genau vo...

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