15.02.2018 / Feuilleton / Seite 10

Defizitäres Demokratieverständnis

Ein Leipziger Geschichtsskandal: Erich Zeigner gehört in die Porträtgalerie der Oberbürgermeister

Volker Külow

An verdienstvolle Oberbürgermeister zu erinnern, sollte normal sein für die Gedenkkultur einer Stadt – würde man meinen. Im Leipziger Rathaus sieht man das anders. Als Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am 2. Februar die Dauerpräsentation von Porträts »aller demokratisch gewählten Oberbürgermeister der Stadt Leipzig aus der Zeit von 1877 bis 1933 sowie von 1990 bis 2005« eröffnete, fehlten nicht nur alle DDR-Oberbürgermeister, sondern auch Erich Zeigner, der unmittelbar nach dem Krieg, von 1945 bis zu seinem Tod 1949, Oberhaupt der Stadt gewesen war. Er war ursprünglich Sozialdemokrat, 1923 kurzzeitig sächsischer Ministerpräsident und hatte unter den Nazis im KZ gesessen.

1945 wurde er von der Sowjetischen Militäradministration als Bürgermeister eingesetzt, 1946 gewann er als Spitzenkandidat der neugegründeten SED die Gemeindewahl. Bis heute ist Zeigner in Leipzig bekannt und beliebt, da er bis zu seinem frühen Tod im Alter von 63 Jahren für den Wieder...

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