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14.02.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Privatisierung und Preise

Polnische Antikorruptionsbehörde nimmt hohe Staatsdiener wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei Veräußerung von Chemiekonzern fest

Reinhard Lauterbach

Das polnische Zentrale Antikorruptionsbüro hat am Montag einen ehemaligen Staatssekretär der Vorgängerregierung und mehrere seiner Spitzenbeamten festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Untreue zu Lasten des Staatsvermögens vor. Theoretisch drohen ihnen im Fall, dass dies nachgewiesen werden kann, bis zu zehn Jahre Haft.

Es geht um den Verkauf der Aktienmajorität an dem damals mehrheitlich in staatlichem Besitz befindlichen Chemiekonzern CIECH im Jahre 2014. Das 1945 als staatliche Zentrale für den Chemikalienhandel gegründete Unternehmen ist heute einer der weltweit größten Produzenten von Soda und anderen chemischen Grundstoffen. Es hat in Deutschland 2007 das Sodawerk Stassfurt in Sachsen-Anhalt übernommen. 2014 war CIECH mit dem Anderthalbfachen seines Marktwerts verschuldet, und der Fiskus, dem zwei Drittel des Unternehmens gehörten, wollte es loswerden, um andere Investitionsvorhaben zu finanzieren. So kam der damaligen Regierung aus Bürger...

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