13.02.2018 / Feuilleton / Seite 10

Fernwirkungen im Nahbereich

Helmut Höge

In »Die Wirkung nicht vererbter Elterngene« referierte die FAZ kürzlich die aktuelle Ausgabe von Science: Die Genetiker um den bekannten isländischen Gründer der Firma Decode Genetics, Kári Stefánsson, nutzten Erbgutdaten von 21.637 Isländern, um zu belegen, »dass sogar jene Genvarianten unsere Eigenschaften beeinflussen, die unsere Eltern uns nicht vererbt haben«. Also eine »spukhafte Fernwirkung« (Niels Bohr)? Mitnichten: »Insgesamt dürften die neuen Daten für viele Adoptiveltern tröstlich sein. Auch wenn sie ihre Gene gar nicht vererbt haben, so wirken diese sich über den Umweg der Umwelt doch noch maßgeblich auf die Kinder aus.«

Bisher standen Umwelteinflüsse (Lamarck) gegen Genprägung (Darwin), Nurture versus Nature, auf englisch. Angesichts der Erfolge von Symbioseforschung und Epigenetik sind die Genetiker zu keinem Kompromiss bereit – obwohl die ganzen Nationalliberalismen Biofakten brauchen: Die Gene wirken nun zwar weiter – aber über die »Umwelt...

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