09.02.2018 / Feminismus / Seite 15

Verhasstes Stück Stoff

Im Iran protestieren immer mehr Frauen öffentlich gegen die Pflicht, ein Kopftuch zu tragen. Etliche wurden deshalb inhaftiert. Im Parlament zeigen Abgeordnete Solidarität

jW-Bericht

Eine wachsende Zahl von Frauen im Iran ist nicht mehr bereit, die in dem Land geltenden strengen Kleidervorschriften zu akzeptieren. In der Hauptstadt Teheran nahm die Polizei Ende vergangener Woche 29 Frauen fest, weil sie in der Öffentlichkeit ihr Kopftuch abgenommen hatten, wie die Nachrichtenagenturen Fars, ILNA und Tasnim berichteten. Die Polizei warf den Frauen demnach vor, gegen die »gesellschaftliche Ordnung« verstoßen zu haben.

Im Iran müssen Frauen und Mädchen ab neun Jahren seit der sogenannten Islamischen Revolution 1979 in der Öffentlichkeit ein Kopftuch sowie einen langen, weiten Mantel tragen. In den vergangenen Wochen wurden in Onlinenetzwerken zahlreiche Fotos von Frauen verbreitet, die ihr Kopftuch auf offener Straße abgenommen hatten und es wie eine Fahne an einem Stab in die Luft hielten. Sie ahmten damit die Aktion einer jungen Frau nach, die während der sozialen Proteste Ende Dezember in Teheran auf einen Verteilerkasten geklettert w...

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