Der Schwarze Kanal
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09.02.2018 / Thema / Seite 12

Spielball der Großmächte

Heute vor 100 Jahren schlossen Abgesandte aus Kiew und Vertreter der Mittelmächte den sogenannten Brotfrieden – die Ukraine entstand

David X. Noack

Mit dem »Brotfrieden« lösten die Mittelmächte des Ersten Weltkriegs (Deutsches Reich, Öster­reich-Ungarn, Bulgarien und Osmanisches Reich) die Ukraine erstmals aus dem russischen Staatsverband. Der moderne ukrainische Staat, um den die Großmächte und die Nachbarländer viele Jahre lang buhlten, entstand. Zwar setzten sich in den Jahren 1921/1922 die Bolschewiki durch, doch bis weit in die 1920er Jahre hinein identifizierten führende westeuropäische Politiker die Ukraine als eine der Flanken, an denen die Sowjetunion empfindlich geschwächt werden könnte.

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts waren die Gebiete nordöstlich des ins Schwarze Meer mündenden Flusses Dnjestr an das russische Zarenreich gefallen. Katharina die Große ließ die Stadt Odessa gründen. Über den Hafen lief ein Großteil des Weizen- und Kornexports Russlands. Die ­Ukraine diente damals als eines der wichtigsten Getreideanbaugebiete Europas. Nach dem Ende des Krimkrieges (1853–1856) begannen die...

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