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07.02.2018 / Feuilleton / Seite 11

Verweigerung und Verfeinerung

Gegen röhrende Hirsche und rauchende Colts: Tocotronic legen das autobiographische Album »Die Unendlichkeit« vor

Anselm Lenz

Die Zeit der intellektualisierten Distanz scheint vorüber, die Welt und die Machbarkeit der Dinge kehren zurück – für Tocotronic auf ihrem neuen Album »Die Unendlichkeit«. Hatte die Band 2002 auf ihrem »weißen Album« erklärt, dass die Zeit des delirierend-dilettantischen Gitarrenrocks mit linksbewegten Einsprengseln vorüber sei (»Eins zu eins ist jetzt vorbei«) und in der Folge eine Reihe von nahezu allerseits bewunderten Konzeptalben veröffentlicht, so rücken jetzt, Anfang 2018, wieder die persönliche Ansprache und die Wirklichkeit ins Blickfeld.

Das neue Album der 1993 in Hamburg gegründeten Gruppe spult in zwölf Stücken die Biographie des Sängers und Texters Dirk von Lowtzow ab. Diese Zurschaustellung eines »Ichs« mag zunächst übermäßig eitel anmuten. Doch solche Vorbehalte lösen sich im Verlauf des Albums auf; es besteht kein Zweifel daran, dass »Die Unendlichkeit« ein bandkollektives Kunstwerk ist, das sich einer Verallgemeinerbarkeit widmet: Wo s...

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