03.02.2018 / Feuilleton / Seite 11

Vom Schärfen der Augengläser

Wie der kenianische Schriftsteller Ngugi wa Thiong’o das Denken dekolonisieren will

Kai Köhler

Wer Widerstand leistet, braucht den Bezug auf eine eigene Identität. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Identität sich verselbständigt und ein Selbstfindungsprozess die politische Durchsetzung von Interessen verdrängt. In Deutschland streiten sich nicht nur Linke, ob der frühe Nationalismus des Bürgertums bis ins 19. Jahrhundert hinein fortschrittlich und emanzipatorisch gewesen oder ob er von Beginn an aggressiv aufgetreten sei.

Wie deutsche Schriftsteller sich vor 250 Jahren gegen die Vorherrschaft der französischen Kultur wandten, so wenden sich heute manche afrikanische Schriftsteller gegen die Verwendung der ehemaligen Kolonialsprachen in der Literatur. Bereits 1986 hat Ngugi wa Thiong’o eine gründliche Abrechnung mit dem vorgelegt, was aus seiner Sicht kulturellen Neokolonialismus darstellte. Nun liegt der Text endlich auf deutsch vor.

Über weite Strecken entwickelt der 1938 geborene Ngugi seine Sicht anhand eigener Erfahrungen. Dem Vergnügen...

Artikel-Länge: 6670 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe