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31.01.2018 / Thema / Seite 12

Autoritäre Charaktere

Die linke 68er-Bewegung wurde von Anfang an attackiert. Doch die damals breit rezipierten Theorien aus dem Umfeld der Frankfurter Schule dienen noch heute der Entlarvung der Haltungen und Ideologien der Rechten

Gerhard Hanloser

Auf dem Höhepunkt der vor allem studentischen Rebellion gegen die triste Realität der postfaschistischen BRD bemühten sich eher konservative Sozialwissenschaftler, den Theorien und Vorstellungen der 68er auf die Spur zu kommen. Der Herausgeber des 1968 erschienenen Sammelbandes »Die Wiedertäufer der Wohlstandsgesellschaft. Eine kritische Untersuchung der ›Neuen Linken‹ und ihrer Dogmen«, Erwin K. Scheuch, formulierte den Anspruch, die aufklärerische Funktion der Sozialwissenschaften müsse sich auch gegenüber einer Bewegung durchsetzen, die sich selbst als Aufklärungsbewegung mit endzeitlichen Ambitionen verstehe. Der liberal-konservative Soziologe wollte einen »totalitären Charakter« dieser »Ersatzrebellion« erkannt haben und artikulierte die Hoffnung, »vielleicht doch wieder zur Sache zur kommen: zur Prüfung unserer Wirklichkeit und zur Reform«. Dies war geschrieben in einer Situation, in der eine kleine, aber beachtliche radikale Minderheit die antagoni...

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