31.01.2018 / Feuilleton / Seite 11

Wer die Hand aufhält

Mit den Mitteln der Satire: Ein schonungsloser Roman über die islamistische Radikalisierung im Norden Nigerias

Gerd Bedszent

Im Debütroman des nigerianischen Schriftstellers, Anwalts und Satirikers Elnathan John deutet am Anfang nichts auf einen ungewöhnlichen Lebensweg des Titelhelden Dantala (»der an einem Dienstag Geborene«) hin. Der Junge wächst im Norden Nigerias heran. Sein Vater ist tot, die Mutter mit den Geschwistern weggezogen. Aus der Koranschule, auf die ihn der Vater geschickt hatte, ist er wegen der vielen Prügel abgehauen, treibt sich mit Gleichaltrigen herum, stiehlt, nimmt Rauschmittel.

Mit der großen Politik macht Dantala Bekanntschaft, als seine Straßengang für einen Wahlkampf von örtlichen Politikern unter Vertrag genommen wird. Wahlen sind in dem auch konfessionell gespaltenen Vielvölkerstaat in erster Linie ein Verteilungskampf zwischen den Oberschichten verschiedener Ethnien. Im Buch werden nach der Auszählung Anhänger der Sieger von Parteimilizen der Verlierer massakriert, Wahlkampfbüros abgefackelt. Polizeieinheiten schießen wahllos auf Demonstranten. Ü...

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