31.01.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

»Sympathische Fangarme«

Kiew versucht, die russische Kultur zu verdrängen und unangenehme Wahrheiten zu unterdrücken

Reinhard Lauterbach

Der Dichter und Liedermacher Wladimir Wyssozki ­(1938–1980) genießt im postsowjetischen Raum eine Popularität wie im Westen Bob Dylan und John Lennon zusammen. Vorige Woche wäre sein 80. Geburtstag gewesen, und die Regierung in Kiew konnte sich nicht dazu durchringen, den Termin wenigstens zu beschweigen. Wolodymyr Wiatrowytsch, Chef des »Instituts für Nationales Gedenken«, vertraute der Öffentlichkeit über seine Facebook-Seite an: Wyssozki sei natürlich »sympathischer und respektabler als die Moskauer Kirche«, aber das mache ihn nur noch gefährlicher für das ukrainische Volk: Denn wer ihn – oder andere sowjetische Künstler und Popstars – höre, der falle auf die »Fangarme der russischen Welt« herein. Er wolle ja gar keinem Verbot der Werke Wyssozkis das Wort reden, so Wiatrowytsch; an dessen Undurchsetzbarkeit war ja auch schon die Breschnewsche Sowjetunion gescheitert. Aber die ukrainische Gesellschaft müsse gewarnt sein.

Ein anderer, von dem die offizie...

Artikel-Länge: 3591 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe