27.01.2018 / Thema / Seite 12

Unheimlich still

Januarstreik. Vor 100 Jahren begann der bis dahin größte politische Ausstand der deutschen Geschichte

Leo Schwarz

Friedrich Ebert hat in seiner sechsjährigen Amtszeit als Reichspräsident fast ununterbrochen Staatsanwaltschaften und Gerichte beschäftigt. Als er am 28. Februar 1925 unerwartet im Amt verstarb, hatte er in mindestens 173 Fällen von Beleidigung, übler Nachrede und dergleichen persönlich geklagt. Ebert interessierte sich für die von links kommende Kritik überhaupt nicht, ging aber mit Strafanträgen gegen eine Kompanie konservativer und rechtsradikaler Stänkerer vor, die in tatsächlicher oder (oft genug) vorgetäuschter ­Ahnungslosigkeit seine korrekte nationale Gesinnung angezweifelt und behauptet hatten, das nunmehrige Staatsoberhaupt habe zwischen 1914 und 1918 die Durchführung des Krieges irgendwie behindert.

Scheidemann in Magdeburg

Im Frühjahr 1924 hatte der Reichspräsident den Redakteur eines in Staßfurt erscheinenden deutschnationalen Provinzblatts wegen Beleidigung verklagt. Dieser Herr, Erwin Rothardt, hatte seinen Lesern suggeriert, dass Ebert als...

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