19.01.2018 / Thema / Seite 12

Stadt, Land, Müll

Indien leidet unter einer erdrückenden Abfallast. Von der Regierung 2016 beschlossene Regelungen greifen nicht

Thomas Berger

Es war eine Katastrophe mit Ansage: Am 1. September 2017 bricht ein Müllberg am Ostrand der indischen Hauptstadt Delhi in sich zusammen, die Abfallmassen rutschen in einen nahen Kanal. Die Lawine rollt über eine benachbarte Straße und reißt mehrere Fahrzeuge mit sich. Zwei Menschen sterben, fünf weitere überleben das Unglück nur deshalb, weil die herbeigeeilten Rettungsmannschaften sie rechtzeitig bergen können. Tags zuvor hatte es geregnet, nach amtlichen Angaben waren das die schlimmsten Regenfälle seit drei Jahren. Das Abfallgebirge von Ghazipur, das sich an dieser Stelle auf fast 50 Meter Höhe auftürmte – so hoch wie ein 15- bis 16stöckiges Haus –, war durch den extremen Niederschlag instabil geworden, rund 50 Tonnen Müll gerieten in Bewegung.

Mehrere Dutzend Helfer waren im Einsatz, suchten nach Opfern, befreiten Verschüttete. Das Entsetzen war groß, aber der Unfall wenig überraschend. Das Problem ist seit Jahren bekannt – und von allen relevanten St...

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