18.01.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

»Worauf warten wir noch?«

Wirtschaftskrise und zunehmend autoritäre Tendenzen der tunesischen Eliten im politischen Übergang führten zu Massenprotesten

Sofian Philip Naceur

Frustriert, aber friedlich und entschlossen begingen am Sonntag Tausende in Tunis auf der Prachtallee Avenue Bourguiba und in anderen Städten des Landes den siebten Jahrestag des Sturzes von Tunesiens Exdiktator Zine El Abidine Ben Ali. Am 14. Januar 2011 hatte sich dieser dem Druck wochenlanger landesweiter Massenproteste gebeugt und das Land fluchtartig in Richtung Saudi-Arabien verlassen. Doch der politische Übergangsprozess ist langwierig und wird von einer Wirtschaftskrise und zunehmend autoritären Tendenzen der Eliten überschattet.

Gespalten ist das Land derzeit vor allem wegen der Wirtschaftspolitik der Regierung. Staatspräsident Béja CaÏd Essebsis Partei Nidaa Tounes, ein Sammelbecken für Ben Ali nahestehende Kräfte, und die gemäßigt islamistische Ennahda setzen auf »altbewährte Rezepte« und einigten sich mit dem Internationalen Währungsfond (IWF) auf ein milliardenschweres, an Sozialabbau und Strukturreformen geknüpftes Kreditpaket. Doch Tunesien...

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