17.01.2018 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Arabischer Sozialismus

Gerrit Hoekman

»Wollte man den Marxismus in 20 Punkten formulieren, so bin ich bereit, 18 davon zu unterschreiben. Die beiden einzigen Punkte, die uns noch von den Marxisten trennen, sind die Diktatur des Proletariats und das Verhältnis zur Religion«, stellte Gamal Abdel Nasser einst fest. Der vor 100 Jahren, am 15. Januar 1918, geborene Staatsmann, Präsident Ägyptens von 1954 bis 1970, gilt im Westen als Galionsfigur des sogenannten arabischen Sozialismus.

Die Wiege des arabischen Sozialismus steht aber gar nicht in Nordafrika, sondern in Syrien, Palästina und dem Libanon. Dort suchten Intellektuelle zwischen den Weltkriegen nach einem dritten Weg neben Kapitalismus und Kommunismus, der den spezifischen ökonomischen und gesellschaftlichen Verhältnissen der arabischen Welt angemessen sein sollte.

Protagonisten der Bewegung waren der griechisch-orthodoxe Christ Michel Aflaq und der sunnitische Muslim Salah Al-Din Al-Bitar. Beide stammten aus Syrien und studierten Anfang ...

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