13.01.2018 / Titel / Seite 1

In Erdogans Geiselhaft

Staatsterror in der Türkei, Beihilfe aus der BRD: In Istanbul geht der Schauprozess gegen den linken Oppositionellen Selahattin Demirtas weiter

Peter Schaber

Ein Jahr ist es her, dass Selahattin Demirtas auf dem Podium der Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin hätte stehen sollen. Es kam nicht dazu. Denn Spezialeinheiten der türkischen Polizei hatten den Vorsitzenden der linken kurdisch-türkischen Oppositionspartei HDP kurz vor seiner Abreise nach Berlin festgenommen. Demirtas, seit langem einer der bekanntesten Vertreter des Widerstands gegen die Erdogan-Diktatur, wurde der Mitgliedschaft in einer »terroristischen« Vereinigung, der für die Rechte der kurdischen Minderheit kämpfenden Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), bezichtigt. Ein Vorwand, um den Kritiker mundtot zu machen.

Anfang Dezember hatte der Prozess in Istanbul begonnen, am Freitag, 14 Monate nach seiner Inhaftierung, stand Demirtas nun zum ersten Mal vor einem Richter. Die Anhörung dauerte kaum zwei Stunden, dann wurde der Fall bis zum 17. Mai 2018 vertagt. Die Verzögerung politischer Verfahren ist eine in der Türkei weit verbreitete Tak...

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