11.01.2018 / Medien / Seite 15

Mediale Wüstenlandschaft

Pressefreiheit gibt es nicht. Journalisten sind in Saudi-Arabien entweder Propagandahelfer, Staats- oder Religionsfeinde

Klaas Brinkhof

Kronprinz Mohammed bin Salman will Saudi-Arabien einen modernen Touch verleihen. Deshalb erlaubte der designierte Thronfolger des feudalistisch-repressiven Systems und neue starke Mann in Riad unlängst Frauen, den Führerschein zu machen. Auch beim Fußball dürfen sie jetzt, vorschriftsmäßig verhüllt, im Stadion zuschauen. Der Journalist Alaa Brindschi forderte solche Minireformen bereits vor Jahren im Internet – und sitzt deshalb seit 2014 im Gefängnis.

Brindschi, der unter anderem für die Internetzeitung Al Sharq (Der Osten) schrieb, soll die nationale Einheit gefährdet haben, weil er in Tweets die Regierung kritisierte und sich für Frauenrechte stark gemacht hatte. 2016 verurteilte ihn ein sogenanntes Antiterrorgericht zu fünf Jahren Haft, einer hohen Geldstrafe und einem Ausreiseverbot für weitere drei Jahre. Dabei hatte der Mann noch »Glück«: Ursprünglich war er auch wegen Apostasie angeklagt, dem Abfall hier vom Islam. Darauf steht in Saudi-Arabien sc...

Artikel-Länge: 5047 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe