11.01.2018 / Ausland / Seite 7

Online am Pranger

Polen macht die Daten von Sexualstraftätern im Internet öffentlich. 56 verurteilte Priester sind nicht dabei

Reinhard Lauterbach, Poznan

Seit Jahresbeginn kann jeder auf einer Webseite des polnischen Justizministeriums überprüfen, ob sich in seiner Umgebung ein verurteilter Sexualstraftäter aufhält. Die öffentlich zugängliche Datenbank umfasst derzeit 768 Namen. Sie betrifft sogenannte qualifizierte Vergewaltigungen: Taten gegenüber Personen unter 15 Jahren, Rückfalltäter, Gruppenvergewaltigungen oder solche, die mit besonderer Grausamkeit begangen wurden. Eine zweite Datenbank mit weiteren knapp 1.300 Personen ist nur Behörden, Arbeitgebern und Trägern der Jugendarbeit zugänglich und soll auch Täter minder schwerer Sexualdelikte umfassen. Arbeitgeber sollen künftig verpflichtet werden, vor der Einstellung einer Person zu prüfen, ob ihr Name auf einer der Listen steht.

Justizminister Zbigniew Ziobro sagte zur Begründung, Sexualstraftäter hätten das Recht auf Privatsphäre verwirkt. Verletzungen ihrer Persönlichkeitsrechte, wie sie mit der Veröffentlichung einhergingen, wögen nicht so schwer...

Artikel-Länge: 3895 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe