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09.01.2018 / Feuilleton / Seite 11

Was alles zusammenhält

Wolfgang Jantzens Schriften über seine DDR-Erfahrungen verdeutlichen, was eine marxistische Psychologie zu leisten vermag

Sabine Kebir

Es ist schon oft beklagt worden, dass der wissenschaftliche Marxismus keine Theorien der Psychologie hervorgebracht habe. Daher rühre sein allzu mechanistisches Menschenbild, wonach beispielsweise Klassenbewusstsein quasi automatisch aus der Stellung der Menschen im Produktionsprozess erwüchse. Diese grobschlächtige Vorstellung ist eher der Verkümmerung des Marxismus anzulasten, die in der Stalinzeit begann, aber auch bis zum Ende der DDR nicht gänzlich überwunden wurde. Das stellte der Bremer Behindertenpädagoge und Psychologieprofessor Wolfgang Jantzen erstaunt fest, als er im Wintersemester 1987/88 in Leipzig mit ostdeutschen Kollegen und Studenten in Kontakt kam – als einziger Westdeutscher, der jemals zu einer Gastprofessur in den Arbeiter- und Bauernstaat eingeladen wurde. Von den Einsichten dieser Zeit handeln die Texte seines nun erschienenen Bandes mit dem programmatischen Titel »Grenzerfahrungen«.

Obwohl alle Studierenden Marxismus-Leninismus...

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