08.01.2018 / Thema / Seite 12

»In den Westen wollte ich nie«

Über Theater im Kalten Krieg, Brechts »Baal« in Erfurt und die Schauspielerausbildung in der DDR. Ein Gespräch mit Ekkehard Kiesewetter (Teil 2 und Schluss)

Burga Kalinowski

Ekkehard Kiesewetter erlebt das Kriegsende als Elfjähriger. Vom Krieg in den Frieden katapultiert, vom Frieden fürs Leben begeistert – der Wechsel der Zeiten macht aus Nachkriegskindern die jüngste Aufbaugeneration der sowjetisch besetzen Zone und späteren DDR. Die meisten von ihnen gestalten aufrichtig und kritisch ihr neues Land. Der Sozialismus als Weg in eine humanistische Gesellschaft – und als Chance für sich selbst. Ekkehard Kiesewetter hat es so erlebt und danach gelebt. Sein Blick zurück ist ungeschminkt und ohne Zorn.

Am 27. Februar 1982 hatte Brechts »Baal« am Erfurter Schauspielhaus Premiere. Wie kam es zur Erstaufführung dieses Brecht-Stücks in der DDR?

Es war ja nicht meine Inszenierung, sondern die von Friedo Solter mit meinem Ensemble. Baal und sein Anarchismus provozierte politisch – und reizte mich, es aufzuführen.

Wo lief das Stück noch?

Das wurde damals nirgendwo gespielt.

Wie kam es dann auf Ihre Bühne?

Anlass war ein Brecht-Programm ...

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