08.01.2018 / Inland / Seite 8

»Politische Organisation wird zum Karrierenetzwerk«

Wegen andauernder interner Machtkämpfe verlässt ein Augsburger Stadtrat Partei Die Linke. Gespräch mit Alexander Süßmair

Johannes Supe

Zum Jahresende hat die Linkspartei einen ihrer zwei Stadträte in Augsburg verloren. Sie, Herr Süßmair, sind nach mehr als 20 Jahren in Die Linke bzw. zuvor in der PDS ausgetreten. Der Verband, so Ihre Begründung, betreibe keine glaubhafte sozialistische Politik mehr. Können Sie das genauer ausführen?

In den vergangenen Jahren gab es immer mehr Auseinandersetzungen und Machtkämpfe in der Partei. Meine Vorstellung davon, wie sie sein müsste, war einfach eine andere. Ich habe immer darum gekämpft, dass sich die Parteistrukturen an der Basis orientieren und die Basis auch das letzte Wort hat; der Umgang untereinander sollte solidarisch und menschlich sein. Aber irgendwann habe ich festgestellt, dass das Politische in den Hintergrund rückt. Bei Abstimmungen werden von bedeutenden Genossen Mehrheiten organisiert, ich musste miterleben, wie viele engagierte Mitglieder herausgedrängt oder marginalisiert wurden. Im Dezember ist dann auch die Bezirksrätin Beate Jen...

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