06.01.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Zur Ästhetik der Großen Weigerung

Warum eine Gegenkultur auf historisch-materialistischer Basis alternativlos ist

Susann Witt-Stahl

Der einst von Metternich formulierte Imperativ der Restauration, »das Volk soll sich nicht versammeln, es soll sich zerstreuen«, hat sich erst im Zeitalter totaler Massenmanipulierbarkeit realisiert. Wo im Volldampfgeschwätz der Talk-, Game- und Castingshows stets die Suggestivfrage »Wollt ihr den totalen Markt?« mitschwingt, die die Meinungsmacher freilich schon längst über unsere Köpfe hinweg im Sinne des Kapitals beantwortet haben, dringt der Notruf nach einer kämpferischen Fundamentalopposition kaum mehr durch.

Als zumindest im Ansatz wirksames Antidot zur Kulturindustrie der Herrschenden hat sich Gegenkultur bewährt. Aber wahrlich nicht erst, als neurechte Verfechter eines Gramscianismus der dummen Kerls die Bildfläche betreten haben, konnte auch – wie sollte es anders sein − die Hintergehbarkeit des Begriffs »Gegenkultur« bewiesen werden. Seit Kunst und Kultur in die Warenform gepresst werden, gilt: Solange er nur als Schlagwort geführt wird, ist er...

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