Gegründet 1947 Mittwoch, 24. April 2019, Nr. 95
Die junge Welt wird von 2181 GenossInnen herausgegeben
06.01.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Zur Ästhetik der Großen Weigerung

Warum eine Gegenkultur auf historisch-materialistischer Basis alternativlos ist

Susann Witt-Stahl

Der einst von Metternich formulierte Imperativ der Restauration, »das Volk soll sich nicht versammeln, es soll sich zerstreuen«, hat sich erst im Zeitalter totaler Massenmanipulierbarkeit realisiert. Wo im Volldampfgeschwätz der Talk-, Game- und Castingshows stets die Suggestivfrage »Wollt ihr den totalen Markt?« mitschwingt, die die Meinungsmacher freilich schon längst über unsere Köpfe hinweg im Sinne des Kapitals beantwortet haben, dringt der Notruf nach einer kämpferischen Fundamentalopposition kaum mehr durch.

Als zumindest im Ansatz wirksames Antidot zur Kulturindustrie der Herrschenden hat sich Gegenkultur bewährt. Aber wahrlich nicht erst, als neurechte Verfechter eines Gramscianismus der dummen Kerls die Bildfläche betreten haben, konnte auch – wie sollte es anders sein − die Hintergehbarkeit des Begriffs »Gegenkultur« bewiesen werden. Seit Kunst und Kultur in die Warenform gepresst werden, gilt: Solange er nur als Schlagwort geführt wird, ist er...

Artikel-Länge: 3550 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €