03.01.2018 / Antifa / Seite 15

Gewachsene Zweifel

Autobiographie: Heidi Benneckenstein wuchs in einer Neonazifamilie auf. Heute will sie »alles noch mal neu und ganz anders« denken

Claudia Wangerin

Was können Linke aus dem Buch einer Aussteigerin aus der rechten Szene lernen, die heute Angela Merkel »unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit« gut findet, »weil sie den Laden zusammenhält«?

Die Erwartungshaltung, dass sich geläuterte Neonazis, die Kapitalismuskritik bisher nur als antisemitische Mogelpackung kennengelernt haben, von jetzt auf gleich in politische Vorbilder für Linke verwandeln, wird hier natürlich enttäuscht. Wer aber den Entwicklungsgedanken groß schreibt und sich fragt, wann politische Missbrauchsopfer zu Tätern werden und welche Schlüsselerlebnisse sie an diesem Weg zweifeln lassen, sollte Heidi Benneckensteins Geschichte lesen.

Anders als ihr heutiger Mann, mit dem sie gemeinsam den Ausstieg geschafft hat, rebellierte sie nicht gegen linksliberale Eltern und Lehrer, sondern wurde von klein auf zur Neofaschistin erzogen. Ein Einzelfall war und ist sie nicht. Mehrere tausend Kinder wachsen nach ihrer Einschätzung bundesweit in ähnlic...

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