22.12.2017 / Feuilleton / Seite 11

Mit der gebotenen Härte

Uraufführung unwahrscheinlich, und das liegt am Thema: Jürgen Schneiders Theatertext »Kundus«

Florian Neuner

Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass eine Bühne sich in absehbarer Zeit des Theatertextes »Kundus« annehmen wird. Das liegt am Thema. Anything goes – beinahe stimmt es für das zeitgenössische Theater, das sich so gerne hochpolitisch gibt. Mit neueren deutschen Kriegsverbrechen möchte es allerdings doch lieber nicht behelligt werden. Autor und Übersetzer Jürgen Schneider hat sich an ein heißes Eisen gewagt. In dem Wissen, dass dem Wahnsinn einer zunehmend militarisierten, neoliberalen Gesellschaft mit den überkommenen Mitteln von Roman und realistischer Erzählung nicht mehr beizukommen ist. Schneider hat daraus die Konsequenzen gezogen und 2011 das Buch »RMX« vorgelegt – eine Montage von Texten aus verschiedenen Medien. Das Lachen über die Grotesken aus unseren Zeitungen bleibt dem Leser oft im Halse stecken.

Im Kundus-Stück gibt es nichts zu lachen. Der Name der afghanischen Stadt wurde geläufig, als deutsche Politiker die Bundeswehr in den von den USA ...

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