23.12.2017 / Inland / Seite 2

»Ich bettele aus Prinzip nicht«

Viele Menschen, die auf der Straße leben, leiden in der Weihnachtszeit nicht nur unter der Kälte, sondern auch unter emotionalem Stress. Gespräch mit Anatolij

Kristian Stemmler

Wir sitzen hier in der Einrichtung »Abrigado« in Hamburg-Harburg, in der Süchtige Drogen unter medizinischer Aufsicht konsumieren, wo sie sich aufwärmen, etwas essen und trinken können. Seit wann leben Sie auf der Straße?

Seit zwei Jahren. Damals kam ich aus meiner Heimat, der lettischen Hauptstadt Riga, nach Hamburg, um hier Arbeit zu finden. Schon bei meiner Ankunft hat mir die Polizei den Pass abgenommen, bis heute habe ich ihn nicht zurückbekommen. Das machen sie, weil ich zur russischen Minderheit in Lettland gehöre und als »Nichtbürger« gelte. Ich besitze also weder die lettische noch eine andere Staatsbürgerschaft.

Was sind Sie von Beruf? Haben Sie in Hamburg Arbeit gefunden?

Eigentlich bin ich Bauingenieur, hatte mit Fachwerkbau zu tun. In den zwei Jahren, die ich bisher hier bin, habe ich verschiedene Jobs angenommen, aber die Probezeit nie überstanden.

Seit wann nehmen Sie Drogen?

Schon in meiner Heimat habe ich vor längerer Zeit Drogen genommen...

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