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18.12.2017 / Thema / Seite 12

Gewandelte Abhängigkeiten

Das System der »Françafrique« hat sich zwar verändert. Doch Frankreichs Einfluss in seinen ehemaligen Kolonien in Westafrika ist ungebrochen

Bernard Schmid

Jeder neue französische Präsident in den vergangenen zehn Jahren, egal ob Nicolas Sarkozy, François Hollande oder jetzt Emmanuel Macron, versicherte, nun sei es aber wirklich vorbei. Ja, ein neokoloniales System, ein Geflecht von Sonderbeziehungen, staatlichen und privaten Privilegien – das man unter die Bezeichnung »Françafrique« fassen könne – habe es gegeben, aber eben in der Vergangenheit. Jetzt aber nicht mehr, definitiv, ganz bestimmt. Nur, um fünf Jahre später den jeweiligen Nachfolger sagen zu hören, dieses Mal sei es gewiss, und so weiter.

Den Begriff »Françafrique« prägte ursprünglich ein Abgeordneter im französischen Parlament während der Jahre unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, Félix Houphouët-Boigny. Er meinte damit ein enges politisches Beziehungssystem, das er als eine Art dauerhafte Symbiose darstellte. Nach der Unabhängigkeit seines Landes, der Côte d’Ivoire (deutsch: Elfenbeinküste), im Jahr 1960, wurde er deren Präsident – und b...

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