18.12.2017 / Inland / Seite 2

»Systeme geschützt, aber nicht die Kinder«

Warum Betreuung durch das Jugendamt nicht jeden Todesfall verhindert. Ein Gespräch mit Sabine Boeddinghaus und Mehmet Yildiz

Kristian Stemmler

Sieben Kinder sind seit 2004 in Hamburg trotz Aufsicht durch Jugendämter in ihren Familien durch Gewalt oder Vernachlässigung zu Tode gekommen. Am 23. Oktober brachte in einer vom Amt betreuten Familie in Neugraben ein Vater seine zweijährige Tochter um – Behördenversagen?

Mehmet Yildiz: Natürlich ist jedes Kind, das stirbt, ein Kind zuviel. Immer gleich die Jugendämter verantwortlich zu machen, wenn sie denn einbezogen sind, ist aber zu kurz gegriffen. Schon gar nicht ist die Stadt Hamburg besonders betroffen, wie Gudula Kaufhold von der TU Dortmund in einer Untersuchung für die Enquete-Kommission »Kinderschutz und Kinderrechte weiter stärken« nachwies. Natürlich müssen solche Vorgänge überprüft werden, allerdings aus meiner Sicht von einer unabhängigen Jugendhilfeinspektion.

Sozialsenatorin Melanie Leonhard, SPD, behauptete gegenüber dem Hamburger Abendblatt im November, die Allgemeinen Sozialen Dienste, ASD, seien ausreichend besetzt, Vakanzen seien se...

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