16.12.2017 / Wochenendbeilage / Seite 3 (Beilage)

Kein Kapitalismus ohne koloniale Gewalt

Rosa Luxemburg über die zwei Seiten der kapitalistischen Akkumulation: Ausbeutung von Lohnarbeit im Innern und Plünderung der Welt

Die Hoffnung auf eine friedliche Entwicklung der Kapitalakkumulation, auf den »Handel und Gewerbe, die nur bei Frieden gedeihen«, die ganze offiziöse manchesterliche Ideologie der Interessenharmonie zwischen den Handelsnationen der Welt – die andere Seite der Interessenharmonie zwischen Kapital und Arbeit – stammt aus der Sturm-und-Drang-Periode der klassischen Nationalökonomie und schien eine praktische Bestätigung zu finden in der kurzen Freihandelsära in Europa in den 60er und 70er Jahren (des 19. Jahrhunderts, jW). Sie hat zur Grundlage das falsche Dogma der englischen Freihandelsschule, als sei der Warenaustausch die einzige Voraussetzung und Bedingung der Kapitalakkumulation, als sei diese mit der Warenwirtschaft identisch.

(…) Als die Freihandelsära anhub, wurde Ostasien erst durch die Chinakriege erschlossen, in Ägypten stellte das europäische Kapital die ersten Schritte. In den 80er Jahren setzt parallel mit dem Schutzzoll die Expanionspolitik mi...

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