16.12.2017 / Feuilleton / Seite 11

Die Pionierin aus der Arbeitsvermittlung

Indem sie Behinderung im gesellschaftlichen Kontext zeigte, erneuerte sie ihr Fach: Der US-Psychologin Beatrice Wright zum 100.

Michael Zander

Behinderung ist nicht in erster Linie ein medizinisches Pro­blem, sondern gesellschaftlich bedingt. Die Erkenntnis setzt sich nur langsam in Fachkreisen durch. Wenig bekannte Pionierarbeiten in dieser Richtung legte in den 1940er Jahren eine US-amerikanische Psychologin vor, deren Lebensweg genauso außergewöhnlich ist wie ihr Werk: Beatrice Wright, geboren am 16. Dezember 1917 in Richmond im Staat New York. Ihre Eltern waren 1911 als russisch-jüdische Immigranten in die USA gekommen und betrieben gemeinsam einen kleinen Laden für Eisenwaren. Es heißt, sie seien Kommunisten gewesen, bis sie sich in den 30ern als Reaktion auf Stalins Politik von der Sowjetunion abwandten. Ihren Kindern vermittelten sie progressive Ansichten. Von Beatrice wird berichtet, sie habe als Jugendliche an ihrer Schule Flugblätter verteilt, um einen Streik des Reinigungspersonals zu unterstützen.

1934 begann sie ein Studium am Brooklyn College in New York City. Zu ihren Professoren ...

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