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16.12.2017 / Titel / Seite 1

NATO will »nachrüsten«

Westliches Militärbündnis wirft Russland Verletzung von Abrüstungsvertrag vor – um selbst neue Mittelstreckenraketen stationieren zu können

Jörg Kronauer

Im Streit um einen angeblichen Verstoß gegen den INF-Abrüstungsvertrag erhöht die NATO den Druck auf Russland. Man habe »ein russisches Raketensystem identifiziert«, das Anlass zu »ernster Besorgnis« biete, heißt es in einer Erklärung, die das Militärbündnis gestern verbreitete. Bei den fraglichen russischen Flugkörpern handle es sich womöglich um landgestützte, atomar bestückbare Mittelstreckenraketen, deren Besitz den Vereinigten Staaten und Russland laut dem Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme (INF) vom 8. Dezember 1987 nicht mehr erlaubt ist. Das Abkommen führte zur Zerstörung von gut 2.700 sowjetischen und US-amerikanischen Raketen mit Reichweiten zwischen 500 und 5.500 Kilometern und ist bis heute in Kraft. Die NATO verlangt von Moskau eine ausführliche Antwort.

Angestoßen worden ist die NATO-Erklärung von den USA. Washington behauptet seit Jahren, dass Russland neue Mittelstreckenraketen eines Typs SSC-8 entwickelt, die durch das Abkommen v...

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