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15.12.2017 / Inland / Seite 4

Doch bloß Psychopathen?

NSU-Prozess: Nicht alle Opferanwälte sind sicher, dass ein ideologisch gefestigtes Netzwerk von behördlichem Rassismus profitierte

Claudia Wangerin

Im Münchner NSU-Prozess haben diese Woche weitere Nebenklagevertreter plädiert. Es ging um den Mord an dem Einzelhändler Süleyman Tasköprü 2001 in Hamburg, den Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße 2004 und den Mordanschlag auf die Polizeibeamten Michèle Kiesewetter und Martin A. im Jahr 2007.

Die Anwältin der Schwester von Süleyman Tasköprü, Angela Wierig, sorgte dabei für Irritationen, denn sie wich von zentralen Bewertungen eines Großteils ihrer Kollegen ab, was Struktur und Umfeld des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) angeht. Der Hauptangeklagten Beate Zschäpe schrieb Wierig eine Führungsrolle im mutmaßlichen Kerntrio des NSU zu. Sie bezeichnete Zschäpe als »Mastermind« und »Gründerhirn«, das dafür gesorgt habe, dass »aus Aktivisten Terroristen wurden«, zitierte die Deutsche Pressagentur am Dienstag die Anwältin. Eine Lanze brach Wierig aber für den Mitangeklagten Ralf Wohlleben: Die Rolle des Ex-NPD-Funktionärs als »steuernde Zentral...

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