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12.12.2017 / Feuilleton / Seite 10

Die biologische Lösung

Helmut Höge

Immer mal wieder hört man von »Vorwende«-Vätern, dass sie nach dem Anschluss eine gehörige Summe an Alimenten zahlen mussten. Bei der Feststellung dieser Pflicht wird unwidersprochen biologisch argumentiert: Es fand ein Geschlechtsverkehr statt, und dabei wurde ein Kind gezeugt. Dieses stammt zur Hälfte vom Mann ab, da sich die weiblichen und männlichen Keimzellen zu einem vollständigen, diploiden Zwei-Chromatid-Chromosomensatz vereinigten. Glasklar! Die biologischen Wissenschaften sind (als »Life Sciences«) spätestens seit der Nazizeit zur Leitwissenschaft schlechthin aufgerückt, was zu solchen gedankenlosen Theorieexzessen führte wie der Behauptung, dass selbst Löwen hochinteressiert daran seien, ihre Gene »weiterzugeben«. Als sei das nicht schon idiotisch genug gedacht, wird mit der Idee eines »egoistischen Gens« noch eins daraufgesetzt. Für dieses sei der interessierte Löwe nur ein Vehikel, um sich fortzupflanzen, ja sein Vererbungsinteresse, seine Ge...

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