11.12.2017 / Thema / Seite 12

Der Raubfrieden

In Brest-Litowsk zwang das Deutsche Reich der Sowjetregierung 1918 einen äußerst nachteiligen Friedensvertrag auf. Die revolutionäre Staatsmacht unter der Führung Lenins musste große Gebietsverluste hinnehmen – verschaffte sich so aber eine Atempause

Gregor Schirmer

Das am 8. November 1917 vom Zweiten Gesamtrussischen So­wjetkongress verabschiedete »Dekret über den Frieden« fand bei einfachen Leuten und den Soldaten der kriegführenden Länder ein positives Echo. An der Ostfront kam es zu Verbrüderungen zwischen deutschen und russischen Soldaten und sogar zu lokalen Waffenstillstandsvereinbarungen. Die imperialistischen Regierungen und Militärführungen beider Seiten hingegen wollten den verbrecherischen Krieg bis zum eigenen Sieg und zur Niederlage der jeweils anderen Seite weiterführen. Die Entente-Alliierten Großbritannien, Frankreich und USA schwiegen zum Friedensruf aus Russland. Sie hatten plötzlich ihren Verbündeten im Osten verloren. Sowjetische diplomatische Noten blieben ohne Antwort. Soweit Vertreter der Entente inoffizielle Kontakte zur Sowjetregierung unterhielten, ging es eher darum, die verhassten Bolschewisten zur Weiterführung des Kriegs gegen Deutschland zu bewegen. Die Hoffnung, ja Überzeugung war bei...

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