11.12.2017 / Inland / Seite 5

Immer noch im Flüchtlingslager

Behördenwillkür: Türkischer Schriftsteller in deutschem Asyl verzweifelt an Hartz-IV-System

Gitta Düperthal

Respektlos sei er vom Hanauer Jobcenter behandelt worden, sagte Aziz Tunc. Erschöpft sitzt er am Freitag vor einem Stapel von Papieren in Amtsdeutsch: Eingliederungsvereinbarungen, Kürzungsandrohungen, etc. Der in der Türkei politisch verfolgte kurdisch-alevitische Schriftsteller, der sich in seinem Land um Menschenrechte und Meinungsfreiheit verdient gemacht hat, seit fast eineinhalb Jahren im Exil in Deutschland, hat nun die Zustände in einer Hartz IV-Behörde kennengelernt. Er ist entsetzt. Demütigend sei dieses System, so Tunc entnervt: Der Mensch werde entwürdigt, seine Integrität verletzt. Dass er Schriftsteller ist, habe überhaupt keine Rolle gespielt. Er sei behandelt worden, als müsse er nur geringfügige Deutschkenntnisse erwerben und könne dann in eine Fabrik gestellt werden. Obendrein muss Tunc sein Dasein immer noch in einer alten Hanauer US-Kaserne fristen, die als Lager für Flüchtlinge dient.

Dabei hätte es Grund zum Feiern gegeben. In den...

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