08.12.2017 / Feminismus / Seite 15

Verhütung verhüten

Polen: Geplantes Totalverbot von Abtreibungen ist nur der Anfang. Regierung erschwert Frauen systematisch den Zugang zu Pille und Co.

Reinhard Lauterbach

In Polen bereitet die Regierungspartei »Recht und Gerechtigkeit« (PiS) eine weitere Verschärfung der Abtreibungsbestimmungen vor. Die gehören schon jetzt zu den restriktivsten in Europa. Denn nach geltendem Recht sind Schwangerschaftsabbrüche nur nach einer Vergewaltigung, bei Lebensgefahr für die Mutter und absehbarer unheilbarer Schädigung des Fötus legal. Eine Initiative sogenannter Lebensschützer für ein Totalverbot ging Ende November mit 830.000 Unterschriften beim Parlament in Warschau ein. PiS kündigte an, zügig eine entsprechende Gesetzesinitiative zu starten.

Damit glaubt die Partei, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Polen radikal senken zu können. Derzeit werden etwa 90 Prozent der wenigen legalen Abbrüche in Polen wegen Schädigung des Fötus vorgenommen. Frauenrechtsinitiativen schätzen, dass neben den jährlich etwa 1.100 erlaubten eine sechsstellige Zahl von Abbrüchen illegal vorgenommen wird. Frauen, die es sich leisten können, lassen d...

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